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Samstag, 25. August 2012

Gene Kelly: "Singing In The Rain" (1952)

Von wann das Lied ursprünglich ist, ist nicht bekannt. Eine erste bekannte veröffentlichte Version ist von 1929. Ich nehme hier aber Bezug auf die Version aus dem gleichnamigen Film, der 1952 erschien und in dem das Lied von Gene Kelly gesungen wurde. Später habe ich noch die eine oder andere Cover-Version wahrgenommen, aber keine kam nach meinem Geschmack an die Version des Gene Kelly heran.


Irgendwann während meiner Kindheit sah ich das Musical im Fernsehen. Sämtliche Bewegungen, die Gene Kelly da im Regen machte, hatte ich längst in meinem eigenen Repertoire, aber die Idee, das Rumtollen im Regen mit einem Tanzrythmus zu unterlegen fand ich prima und es animierte mich dazu, noch ein paar Jahre länger als üblich im Regen zu tollen.

Dass Gene Kelly in dem Film tanzte, weil er Glück in der Liebe hatte, habe ich damals nicht vorrangig wahrgenommen, weil ich das Gefühl, dass man dann regelrecht tanzen muss, noch nicht kannte. Ich kannte aber die Freude am Regen selbst und das Freiheitsgefühl, wenn man nicht versucht, sich vor dem Regen zu schützen.

Als Kind war ich oft allein draußen, wenn es stark regnete, weil alle anderen rein gerufen worden waren. Ich habe damals nicht verstanden, warum das so war. - Heute weiß ich, dass es meistens eine unreflektierte Wiederholung dessen ist, was man selbst als Kind erlebt hat oder aber damit zu tun hat, dass man nicht will, dass die Kinder einem Arbeit machen, weil man meint, dass die Kleidung umgehend getrocknet werden müsste und auf jeden Fall aber später gewaschen werden muss. Dass Kinder Freude am Tollen im Regen und am Springen in Pfützen haben und es an warmen Tagen ein risikoloses Geschenk des Himmels ist, dass man dieses Vergnügen kostenlos haben kann, wird dabei nicht berücksichtigt.

Mit 16 stand mal - nach heftigen Regenfällen - das Fußballfeld hinter unserem Haus unter Wasser und ich spielte da einen Alligator, der meine jüngeren Schwestern jagte. Wir waren selbstredend die einzigen auf dem Platz und meiner Mutter war es sehr peinlich, dass wir diese Vorstellung da geboten hatten. Meine alligatorische Hingabe und das jauchzende Schreien meiner Schwestern, wenn ich ihnen dicht auf den Fersen war, sprach aber eigentlich für unsere Aktion.

Mein interessantestes Regenerlebnis hatte ich als Kind, als es auf unserer Spielstraße nur bis zu ihrer Mitte regnete und es daneben trocken blieb.

Auch heute noch zieht es mich im Sommer nach draußen, wenn es heftig regnet. Ich genieße es, den Regen dann frei erfahren und auf meiner Haut spüren zu können. Das ist einer der Vorteile meines ärmlichen Lebensstils: Ich muss nicht darauf achten, dass ich hübsch hergerichtet bin und bleibe.

Als ich zwei Jahre als Zustellerin gearbeitet habe, kam es mir sehr entgegen, dass ich Regen auf meiner Haut und nasse Kleidung (wenn es warm ist) nicht fürchte. Ich musste da mal an einer Straße zustellen, die komplett überflutet war und die dennoch starken Verkehr aufwies. Jedes Auto, das da vorbei fuhr, bespritze mich mit Litern von Wasser von Kopf bis Fuß. Ich ließ mich davon aber nicht beirren und stellte weiterhin die Briefe zu, auch wenn es fast unmöglich war, sie vor dem Wasser zu schützen.


Ute Ziemes, privat.utez.de,

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