Sonntag, 20. Dezember 2015

24.12. - Heiligabend

Gesetzlicher Schutz des Vorabends des Weihnachsttags:


Heiligabend ist kein gesetzlicher Feiertag, der Arbeit verbietet.

In den meisten Landesgesetzen ist er aber ab ca. Sonnenuntergang wie ein Stiller Tag geschützt. https://www.google.de/search?q=feiertagsgesetz

In NRW beispielsweise wird im Feiertagsgesetz der Heilige Abend unter "Sonstige Verbote" als "Vorabend des Weihnachtstags" aufgeführt. Es gelten ab 16 Uhr folgende Verbote:
  • Öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel und öffentliche Auf- und Umzüge, die nicht mit dem Gottesdienst zusammenhängen.
  • Märkte, gewerbliche Ausstellungen und ähnliche Veranstaltungen
  • Sportliche und ähnliche Veranstaltungen einschließlich Pferderennen und -leistungsschauen sowie Zirkusveranstaltungen, Volksfeste und der Betrieb von Freizeitanlagen, soweit dort tänzerische oder artistische Darbietungen angeboten werden
  • Der Betrieb von Spielhallen und ähnlichen Unternehmen sowie die gewerbliche Annahme von Wetten
  • Musikalische und sonstige unterhaltende Darbietungen jeder Art in Gaststätten und in Nebenräumen mit Schankbetrieb
  • Alle anderen der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen einschließlich Tanz

Heiligabend beginnen die Weihnachtsfeierlichkeiten oder die Vorbereitungen darauf


Der Titel des Tages deutet tatsächlich nur auf den Abend hin, an dem die christlichen Weihnachtsfeierlichkeiten bereits beginnen. Hintergrund dafür soll sein, dass nach antikem Kalender mit dem Sonnenuntergang ein Tag endete und der nächste Tag begann. Nach der Logik würde Weihnachten am 24. nach Sonnenuntergang starten und bis zum Sonneruntergang am 25. dauern.

Jesus, dessen Geburt zu Weihnachten, dem ersten Weihnachtstag, gefeiert wird, sei nachts geboren, heißt es in einem Evangelium. Die Kirche zelebriert deshalb traditionell ab 24:00 Uhr eine Messe, mit der die Feierlichkeiten der Weihnacht offiziell starten. Ehemals gab es eine adventliche Fastenzeit, die erst mit Beginn des ersten Weihnachtstags, nach der kirchlichen Tradition also erst um 24:00 Uhr des 24.12., endete.

Im Zusammenhang mit den Vorbereitungen auf den Besuch dieser Messe, soll sich bei den Menschen im Laufe der Zeit ein Vorziehen der privaten Weihnachtsfeierlichkeiten auf den 24.12. entwickelt haben, weshalb die Kirche mittlerweile auch weitere, früher am Tag gelegene Messen anbietet.

Brauch


Am "Heiligen Abend" findet die Bescherung statt und man isst gemeinsam mit seinen Nächsten. Christen, die heute noch das Adventsfasten zelebrieren, werden das bei ihrem Mahl beachten. Christen gehen vorher oder nachher in die Messe. Die Kirchen werden an diesem Tag so stark besucht wie sonst nie.
Geschichte der Bescherung
Eine Bescherung fand ursprünglich nicht in Verbindung mit der Geburt Christi, sondern am 06.12. in Verbindung mit dem Heiligen Nikolaus statt. Da Martin Luther die Heiligenverehrung aber ablehnte und die Aufmerksamkeit lieber auf Christus gerichtet sehen wollte, den er als einzigen Vermittler zwischen den Menschen und Gott sah, hat sich von ihm ausgehend der Brauch der Bescherung auf den 24./25. verlagert. Es wurde zunächst der "Heilige Christ" zum Bescherenden erkoren, womit der erwachsene Jesus gemeint war.
Bescherung der Kinder und die Figur des Bescherers
Beschert wurden anfangs ausschließlich Kinder. Ihnen gegenüber den "Heiligen Christ" als Bescherer zu erklären, war vermutlich zu schwierig.

So wurde der Bescherer später das "Christkind". Wohl weil es auch für das kleinste Kind schwer glaubhaft ist, dass ein Säugling Geschenke bringen kann, verknüpfte man mit dieser Bezeichnung schließlich die Vorstellung einer kleinen engelsgleichen Figur, die die Geschenke bringt. Deren Verbindung zu Jesus blieb verschwommen und der Phantasie der Kinder überlassen. Sie ist aber von kleinen Kindern gut vorstellbar, auch ohne Bilder und wird heute noch genutzt.
In vorwiegend evangelischen Regionen hat sich alternativ zum Christkind (offenbar entstanden im 19. Jahrhundert) die Figur "Weihnachtsmann" etabliert, eine Symbolfigur weihnachtlichen Schenkens, Lobens und Tadelns, die einer Vermischung aus dem säkularisierten Nikolaus und Knecht Ruprecht ähnelt, Kinder aber ausschließlich am 24./25.12 beschenkt.
Die amerikanische Werbeindustrie hat die Figur des Weihnachtsmanns aufgegriffen und modernisiert, um ihr positives Image und die außergewöhnliche Bereitwilligkeit, zu dem Termin Geschenke zu kaufen, besser für ihre Zwecke nutzen zu können. Besondere Popularität erlangte die Figur dann noch durch die amerikanische Filmindustrie, die allerlei herzergreifende Filme mit Geschichten rund um einen Weihnachtsmann produzierte. Dieser Weihnachtsmann erinnert nun an eine Vorstellung von Gott als einem alten, gütigen, weisen, weißbärtigen Mann.
Zweimal beschenkt
Kleine Kinder von katholischen Christen und alle Kinder, die an Nikolausfeiern teilnehmen, erhalten nun am 06.12. vom Nikolaus ein kleineres Geschenk und am 24./25.12. vom Christkind oder vom Weihnachtsmann ein größeres.
Ähnlichkeit verwirrend
Da der Einsatz des Weihnachtsmanns dem des Nikolaus ähnelt und Nikolausdarsteller heutzutage oft säkularisiert, also wie der Weihnachtsmann gekleidet sind (nicht wie ein Bischof), darf man wohl davon ausgehen, dass etliche Kinder verwirrt sind und nicht wissen, ob es die selben oder verschiedene Personen sein sollen.

Zum Geburtstermin Jesu


Es muss übrigens nicht die Nacht zum 25.12. gewesen sein, in der Jesus von Nazaret geboren wurde. Wann im Jahr seine Geburt tatsächlich stattfand, ist nicht überliefert. Es gibt verschiedene Hinweise, die man vefolgt hat, aus denen verschiedene Thesen hervorgingen. Der von den Kirchen gewählte Termin ist also eher symbolisch zu verstehen.

Links:


Ute Ziemes, privat.utez.de,

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