Donnerstag, 16. August 2018

Joan Armatrading: "Show Some Emotion" (LP 1977)

Vermutlich habe ich die LP in einer Kneipe gehört. Damals legte man in Kneipen LP's auf, die dann durchliefen. Ziemlich sicher haben mir auf Anhieb die Lieder "Show Some Emotion", "Warm Love", "Never Is Too Late" sehr gefallen, die schon früh auf der Platte sind. Es lohnte sich also, sich die LP zu kaufen.

Mir schienen die Textaussagen auf überraschende Nähe zu meiner eigenen damaligen Lebenshaltung zu deuten. Aber sicher war ich nicht; denn Liedtexte sind oft uneindeutig und besonders auf Englisch für mich schwer zu interpretieren. Das Lied "Warm Love" hat mich irritiert. Ich fragte mich: "Spricht sie darin tatsächlich von lesbischer Liebe oder hört sich das für mich nur so an, weil ich lesbisch bin? Schreibt sie ihre Texte überhaupt selbst oder singt sie da vielleicht nur einen Text von einem Mann runter - obwohl - würde ein Mann sowas überhaupt singen?" Antwort heute: Ja, sie schreibt ihre Texte selbst und ja natürlich ist das ein lesbisches Liebeslied; deutlicher geht's doch wohl nicht! Zu meiner Entschuldigung: Ich selbst versteckte mich damals noch, hatte mein Coming Out noch nicht gestartet und war noch sehr lange nicht damit durch.

Ich habe die LP damals sehr viel gehört. Dann gefühlt bis heute nicht mehr. Als ich sie jetzt nochmal hörte, war sie mir aber gleich wieder positiv vertraut. Und ich bin überrascht, wie schön sie ist. Nicht alle, aber viele Lieder darauf gefallen mir sehr gut. Heute verstehe ich auch die englischen Texte sicherer.

Lieder auf der Platte:

A-Seite
  • 1) Woncha Come On Home (2:39)
  • 2) Show Some Emotion (3:25)
  • 3) Warm Love (3:02)
  • 4) Never Is Too Late (4:25)
  • 5) Peace In Mind (3:20)
B-Seite
  • 1) Opportunity (3:22)
  • 2) Mama Mercy (2:48)
  • 3) Get In The Sun (3:20)
  • 4) Willow (4:54)
  • 5) Kissin' And A Huggin' (4:42)

Spätere Lieder:

Auch einige später veröffentlichte Lieder von Joan Armatrading gefallen mir extrem gut, von der LP "Limits", die folgte, z.B. "Barefoot and Pregnant" (1978) und von deutlich späteren Kollektionen etwa "Starlight" (2012) und "Loving What You Hate" (2018).

Adressen und Links:


Ute Ziemes, privat.utez.de,

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