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Donnerstag, 3. Dezember 2015

Liste: Humor

Humor ist Geschmackssache. Ich sammel hier ein paar Beispiele zu meinem Geschmack.

Übrigens mache ich, aus rechtlichen Gründen, Werke nicht immer unmittelbar zugänglich. Zum einen kann ich vielfach nicht beurteilen, ob Videos, Tondateien oder Texte rechtmäßig im Netz stehen, zum anderen könnte ich eventuelle Lizenzgebühren nicht zahlen, die dann fällig werden könnten. Ich verlinke aber mindestens Suchergebnisse zu den entsprechenden Stichworten. Sie finden darunter in der Regel sehr schnell eine Aufnahme, Hör- oder Leseprobe des entsprechenden Künstlers.

  • Karl Valentin (1882-1948)
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  • Charlie Rivel (1896-1983)
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  • Jürgen von Manger (1923-1994)
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  • Loriot (1923-2011)
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  • Hanns Dieter Hüsch (1925-2005)
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  • Hans Hachenberg (1925-2013)
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  • Emil Steinberger (1933 ff)
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  • Georg Schramm (1949 ff)
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  • Wilfried Schmickler (1954 ff)
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  • Volker Pispers (1958 ff)
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  • Cordula Stratmann (1963 ff)
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  • Hape Kerkeling (1964 ff)
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  • Hagen Rether (1969 ff)
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  • Tracey Ullman (1959 ff) - im Artikel Ally McBeal (1997-2002)
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  • Jan Böhmermann: "Ich hab Polizei" (2015) ⇐ Zuletzt ergänzt
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  • Witze, die ich mir merken konnte
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Ute Ziemes, privat.utez.de

Jan Böhmermann: "Ich hab Polizei" (2015)

Während meiner Kindheit war die Redewendung "Die Polizei, dein Freund und Helfer" verbreitet. Schön, aber wie hilft einem das gegen Gewaltverbrecher, die einen gerade bedrohen? In seinem Rap-Song "Ich hab Polizei" zeigt uns Jan Böhmermann, wie das geht.

Nur Lied bei YouTube:


Das offizielle Video des Lieds "Ich hab Polizei" ist in dieser Playlist namens "Neo Magazin vom 26.11.2015" gelistet (Kanal von NEO MAGAZIN ROYALE)

Ganze Sendung in der ZDF-Mediathek:


Hier sieht man zwischen 11:45 und 18:23 vor dem Song-Video auch eine Einleitung zu dem Thema, das im Lied behandelt wird.

Wenn Sie bezweifeln, mit der Nummer heil davon zu kommen, wenn die Bedrohung schon vor Ihnen steht, haben Sie aber sicherlich Recht. Üblicherweise bedenken Prügler nämlich nicht, was für sie danach kommt und brauchen zum Totschlagen auch nur wenige Minuten oder gar Sekunden. Eventuell waren das dann aber vorläufig ihre letzten in Freiheit.

Ute Ziemes, privat.utez.de,

Donnerstag, 30. Mai 2013

Ally McBeal (1997-2002)

Die Szenen mit der Psychotherapeutin Dr. Tracy Clark, alias Tracey Ullman, sind für mich der Hit. Okay, alle anderen Therapeuten sind ebenfalls witzig, weil alle ein Klischee überspitzt bedienen. Sei es, dass sie sich nicht die Bohne für die Probleme ihrer Klienten interessieren und alles einfach mit Pillen wegmachen wollen oder, dass sie Standard-Echtheits-Sprüche zum Besten geben. Aber Dr. Tracy Clark ist noch viel lustiger, weil sie nichts bedient, sondern überrascht. Die Fernbedienung, mit der sie höhnisch oder gelangweilt Lachen einblendet, wenn ein Klient mal wieder Schwachsinn erzählt oder mit der sie Klienten, die vorzeitig die Sitzung verlassen wollen, den Couchsitz in die Kniekehlen rammt, so, dass sie wieder sitzen.



Als ich die Links gesammelt habe, sind mir bei YouTube allerlei kleine Filmchen begegnet, die ich empfehlen möchte. Es lohnt sich, die Tracey Ullman as ... - Parodien anzusehen: http://www.youtube.com/results?search_query=tracey+ullman+as Als angebliche Großmutter von Miley Cyrus erkennt man beispielsweise, spätestens wenn sie singt und tanzt, Verwandtschaftszüge sehr schnell. Ich mag auch gern die Raucherpause: http://www.youtube.com/results?search_query=Tracey+Ullman+as+Harassed+Smoker und sehr lustig ist die Verkaufssendung, bei der sie ein Produkt anbietet, das gealterte, zu weit gewordene Vaginas wieder in Form bringt: http://www.youtube.com/results?search_query=Suzanne+Sommers+-+Tracey+Ullman Top finde ich die Sketche, bei denen Ullman mit einem kleinen, energiesparenden Auto unterwegs ist: http://www.youtube.com/results?search_query=Tracey+Ullman+-+Little+Car


Ute Ziemes, privat.utez.de, 30.05.2013

Freitag, 7. September 2012

Hans Hachenberg (1925-2013)

Er trat viele Jahrzehnte im Kölner und Bergisch-Gladbacher Karneval als "Doof Noß" auf. Seine Büttenreden hörte und sah ich im TV am liebsten.

Möglicherweise habe ich, bei einem Auftritt von ihm, als Kind meinen damaligen Lieblingswitz (der mit dem Konsum) gehört. Die Doof Noß gefiel mir nämlich als Kind schon und der Witz kam in einem Video, das einen Auftritt von ihm zeigt, vor, das ich eben gesehen habe. Natürlich hat er den Witz viel lustiger aufgebaut und pointiert, als ich ihn letztens erinnert und aufgeschrieben habe. Und bei ihm ist der Pastor auch eine Nonne, aber da hatte ich mir vermutlich als Kind nur "Glaubensvertreter" gemerkt und den Pastor draus gemacht.

Ute Ziemes, privat.utez.de,

Hape Kerkeling (1964 ff)

Hape (Hans-Peter Wilhelm) Kerkeling war schon als jugendlicher Ulkmacher im TV zu sehen. Das fand ich allerdings damals und finde ich noch heute ätzend. Auch seine Filme haben mich nicht interessiert. Auch kippt sein Humor für meinen Geschmack zuweilen zu tief ins Platt-Derbe. Etliche seiner Figuren und Bühnennummern als reiferer Komiker sind davon jedoch nicht auf unlustige Weise betroffen und gefallen mir sehr. Die Figur Horst Schlämmer finde ich genial. In sie ist auch das Derbe gut eingebettet. Zu Horst Schlemmer möchte ich "Gisela" empfehlen, ein Musik-Video, in dem Horst Schlämmer in einer Kneipe versucht eine Frau namens Gisela (ebenfalls gespielt von Hape) anzubaggern. Frauen, die schon mal allein in Eckkneipen des alten Schlags gesessen haben, werden gemachte Erfahrungen, Atmosphäre und Gesichter in dem Video wiedererkennen.

Ich finde von Hape Kerkeling auch "Hurz" sehr gelungen. Hape trug damals verkleidet als angeblich polnischer klassischer Musiker, zusammen mit einem Pianisten einem kunstinteressierten Publikum in vollem Ernst ein angeblich klassisches zeitgenössisches Musikstück vor, das aber blanker Unsinn war. Die Reaktionen der Hinters-Licht-Geführten waren interessant. Sie bezweifelten nicht, dass die beiden polnische Musiker waren und sie das Stück ernst meinten und versuchten es zu verstehen oder blieben in ihrer Kritik zumindest sehr höflich. - Bei den Ausstrahlungen im TV wurden zu den Reaktionen Lacher eingeblendet, die sicherstellten, dass auch dumme TV-Zuschauer merkten, dass diese Reaktion witzig ist, wenn man weiß, dass das Musikstück nicht ernst gemeint ist.
Ich persönlich fand die Reaktionen und Fragen aber gut. Die Kunstinteressierten mussten ja davon ausgehen, dass es ernst gemeint war und wenn man etwas, das unüblich ist, verstehen will, muss man eben offen dafür sein. Welches Fazit man letztlich zieht, ist damit nicht gesagt.



Ute Ziemes, privat.utez.de,

Dienstag, 28. August 2012

Cordula Stratmann (1963 ff)

Cordula Stratmann weiß wie Menschen ticken und nutzt das schamlos aus. Auf eine nette humorvolle Weise und zu meiner Freude.

Am Besten gefällt mir von Cordula Stratmann die Nummer "Peggy Pimpertz" (2003). Das Stück aus ihrem Programm "Andererseits wiederum" ist die Wiedergabe eines Handy-Telefonats, das sie in der Bahn gehört hat. Vermutlich ist es an einer Stelle satirisch überzogen, es kann aber auch komplett echt sein. Ich kenne das Stück, weil ich das Programm im TV gesehen habe. Es ist total witzig. Und es greift auf, was man in Köln ständig um sich rum hat. Cordula Stratmann lebt in Köln. Sie wohnt in der Nähe des Depots, in dem ich zuletzt als Zustellerin gearbeitet hatte. Zumindest damals.

Sie kann auch gut Bücher schreiben, zum Beispiel "Ich schreibe - lesen müssen Sie selbst". Auszug:
[...] aber vielleicht erzähle ich Ihnen mal was Lustiges: wie ich gestern an einem funkelnagelneuen Automaten versucht habe, eine Fahrkarte der Deutschen Bahn zu erwerben. Innerhalb der mir verbleibenden 10 Minuten wollte ich das schaffen. Aber das hätte mir sicherlich jeder Mitarbeiter der Bahn sagen können, dass ich mit 10 Minuten natürlich nicht weit komme. Da fing das Ganze schon an: dass ich nicht vorher einen gefragt habe, ob das überhaupt zu machen ist, eine Fahrkarte am Automaten innerhalb von 10 Minuten. Ich glaube, bei der Entwicklung der Geräte hat die Bahn sehr weitsichtig an die ganzen einsamen Menschen gedacht, mit denen längst keiner mehr redet. Der Automat stellt nämlich irrsinnig viele Fragen und möchte nach jeder Antwort noch mehr von dir wissen. Wahrscheinlich gibt es unter den Kunden einige, die mit derart ausgeprägtem Interesse an ihrer Person gar nicht umgehen können. Zuerst gibst du an, dass du eine Fahrkarte möchtest, und an diese Bitte knüpft sich dann hopplahopp ein munteres Gespräch zwischen der Deutschen Bahn (vertreten durch ihren Automaten) und dir (vertreten durch dich): Du: Fahrkarte Er: Was ist denn Ihr Abreisebahnhof? Du: Köln Er: Wo möchten Sie denn hin? Du: Düsseldorf Er: Was machen Sie denn da? Du: Besuch Er: Wollen Sie über Frankfurt, Berlin, Ratingen oder Leverkusen reisen? Du: Leverkusen Er: Haben Sie eine BahnCard? Du: Ja Er: Wo gefällt's Ihnen eigentlich besser, in Düsseldorf oder Köln? Du: Egal Er: War nur so ne Frage. Wann soll's denn losgehen? Heute, morgen, übermorgen, überübermorgen, nächste Woche, übernächste Woche, überübernächste Woche, dieses Jahr, nächstes Jahr, übernächstes, überübernächstes Jahr? Du: Sofort Er: Hui, da hat's aber einer eilig. Möchten Sie auf der Fahrt etwas trinken, essen, lesen? Du: Trinken Er: Haben wir nicht. [...] (Quelle: Cordula Stratmann: "Ich schreibe - lesen müssen Sie selbst", S. 54, 2003)

Internetpräsenz: http://cordula-stratmann.de/
Info: http://de.wikipedia.org/wiki/Cordula_Stratmann
Suchergebnisse: https://www.google.de/search?q=cordula+stratmann
Hörprobe "Peggy Pimpertz": http://www.amazon.de/gp/product/B005JZI0G2/ref=dm_dp_trk14/278-7976178-8315818

Ute Ziemes, privat.utez.de,

Hagen Rether (1969 ff)

Hagen Rether klimpert eventuell einlullend auf dem Klavier und sagt dann beispielsweise sowas:
[...] Mit 12 Jahren bist du in Asien zu alt zum Teppichknüpfen für Ikea, weil die Finger zu dick werden. Du darfst aber erst mit 14 bei Nike anfangen, Turnschuhe zu kleben. Da entsteht ne Versorgungslücke von 2 Jahren, die meistens durch Prostitution gestopft wird. [...] (Quelle: Hagen Rether beim Deutschen Kleinkunstpreis 2008)
Hagen Rether lässt seinen Zuhörern keine Ruhe und benennt wunde Punkte, von denen sie längst wissen, so anschaulich, dass es anschließend schwerer fällt, sie einfach zu ignorieren.

Ute Ziemes, privat.utez.de,

Montag, 27. August 2012

Wilfried Schmickler (1954 ff)

Schmickler redet Tacheles und zwar laut, am Stück und in alle Richtungen, Tacheles pur also.

Ute Ziemes, privat.utez.de,

Loriot (1923-2011)

Bürgerlicher Name: Bernhard-Viktor Christoph-Karl von Bülow, kurz: Vicco von Bülow.

Mir gefällt nicht alles, aber etliches von ihm. Von den Sachen, die mir am besten gefallen, fällt mir am schnellsten das Folgende ein: "Die Volksdroge", "Feierabend" und bei "Ödipussi" seine Auswahl von Grau für die Klienten der Psychotherapeutin, denen eine farbliche Auffrischung ihres Heims therapeutisch empfohlen worden war.

Ute Ziemes, privat.utez.de,

Sonntag, 26. August 2012

Georg Schramm (1949 ff)

In den verschiedenen Figuren, die er spielt, spricht er auf unterschiedliche Art Tacheles. In einer verbittet er es sich auch regelmäßig, zu lachen, weil die Wahrheit nämlich nicht witzig wäre. Er entlarvt politische Lügen und gesellschaftliche Verblendungen und deckt Wahrheiten auf, wie kein anderer.

Ute Ziemes, privat.utez.de,

Volker Pispers (1958 ff)

Der Kabarettist Volker Pispers zeigt Irreführungen und Aberwitziges aktueller Systeme und Politik auf. Ich liebe seine satirischen Analysen und seine eindrücklichen Pointen.

Ute Ziemes, privat.utez.de,

Samstag, 25. August 2012

Witze, die ich mir merken konnte


Während meiner Kindheit:

Klein Erna
Eine Großtante schenkte mir mal ein Buch von 1938 mit Klein-Erna-Witzen. An einen erinnere ich mich gut:
Klein Erna erzählt vom Spiel auf der Straße: Sie hätte dort eine Weile radgeschlagen. "Sollst du doch nicht", sagt die Mutter, "sieht man doch deine ganze Unterhose." Erna: "Keine Sorge, die hatte ich vorher ausgezogen."
Fritzchen
Wo ich den zweiten Witz her hatte, weiß ich nicht mehr. Ich habe ihn aber zur gleichen Zeit gelesen oder gehört. Er hat nicht Klein Erna, sondern Fritzchen als Hauptperson:
Im Ort gibt es einen neuen Pastor. Er will etwas einkaufen, weiß aber nicht wo der Laden ist und kennt bisher nur Fritzchen. Also sucht er Fritzchen und spricht ihn an: "Fritzchen, du weißt doch sicher, wo der Konsum ist?!" Fritzchen: "Ja, weiß ich." Pastor: "Kannst du mir das denn erklären, bitte?" Fritzchen: "Nö, sag ich nicht." Pastor: "Dann kommst du aber nicht in den Himmel." Fritzchen: "Und du nicht in den Konsum."
Da konnte ich als Kind lange drüber lachen.


Als Erwachsene:

Außengastronomie
Den folgenden Witz hat mir in meinen 30ern mal jemand erzählt. Auch da konnte ich immer wieder drüber lachen:
Ein Gast bestellt im Außenbereich einer Gastronomie einen Teller Spaghetti Bolognese. Der Kellner antwortet: "Draußen nur Kännchen!" Gast: "Dann hätte ich gerne eine Cannelloni."
Warmes Bier
Dazu fällt mir nun noch die Antwort eines Gastronomie-Mitarbeiters des Bürgerhauses ein, in dem ich viele Jahre gearbeitet habe. In der dortigen Gastronomie war mal die Kühlung ausgefallen, als starker Besucherandrang war. Seither hielt sich hartnäckig und noch sehr lange das Vorurteil, dass das Bier dort stets warm wäre. Die Kellner/innen mussten sich das andauernd anhören und waren nicht schlecht genervt davon. Einestages hörte ich folgenden Dialog im Gastronomiebereich:
Kellner: "Was darf es sein?" Gast: "Ich überlege noch. Bei euch ist das Bier ja immer so warm." Kellner: "Dann nehmen Sie doch einen Kaffee, der ist bei uns kalt."


Kürzlich (2018):

Rutschgefahr
Vor wenigen Wochen habe ich folgenden Witz gelesen. Er fiel mir seither immer wieder mal ein und brachte mich zum Lachen:
Eine Blondine geht die Straße entlang. Weiter vorne auf dem Weg sieht sie eine Bananenschale und denkt: "Verdammt, gleich werde ich ausrutschen."
Ute Ziemes, privat.utez.de,

Dienstag, 7. August 2012

Hanns Dieter Hüsch (1925-2005)

Hüsch war Niederrheiner-Kenner und seine komischen Arbeiten bestehen daraus, typische Eigenheiten (damals lebender Generationen) von Niederrheinern zu sammeln und, eingebettet in die Erzählung typischer Situationen, herauszuarbeiten und wiederzugeben.

Derart komische Stücke von Hanns Dieter Hüsch habe ich mit 18 von LPs gehört. Die wurden in einer Wohnung aufgelegt, in der sich meine damaligen Bekannten gelegentlich trafen und in der gekifft wurde. - Wie schräg die Kombination war, bemerke ich heute erst. - Welche Stücke das genau waren, die ich da gehört habe, weiß ich heute nicht mehr, aber sie waren in der Art wie die folgenden: Der Niederrheiner, Niederrheinische Themen, Niederrheinische Fragen, Kies der Flappmann (Kumma de Flabes), Orangerie, Mal vorbeikommen

Hüschs Stimme war mir aber auch deshalb bekannt, weil er Sprecher amerikanischer Stummfilmkomödien war, die ich gern gesehen habe.

Hüsch war nicht nur Humorist, sondern auch Moralist und hat auch ernste und lehrende Beiträge wie diese geliefert: Der Lästerer, Das Phänomen, Hedwig. Den Teil seines Wirkens finde ich zwar gut, er hat mich aber nie sonderlich interessiert.


Ute Ziemes, privat.utez.de,

Montag, 6. August 2012

Jürgen von Manger (1923-1994)

Ich sah Jürgen von Manger in seiner Rolle des Ruhrgebietlers Adolf Tegtmeier in meiner Kindheit sehr gerne. Seine Wortkreationen und verdrehten Erklärungen waren  extrem lustig. Zumindest in der Anfangszeit. Später wurde er inflationär eingesetzt, um aktuelle Themen "mangernd" zu erläutern.


Auszug aus "Der Tanzkurs" - Tegtmeier erklärt Benimmregeln, wie er sie verstanden hat. - Hier, wie man bei einer Einladung zum Essen die Dame des Hauses begrüßt:
[...] Jetzt meint der Tanzlehrer, also dat könnt' nie verkehrt sein, wenn man die Damen - ööh - eine ... erstmal so'n bißken wat Freundliches sagt, nich, vielleicht so'n paar weibliche Schmeicheleien, ne, dat man vielleicht sagt "Aaach, öööh, wunderbar, heute ha'm Se aber de Haare viel schöner gefärbt wie damals, un überhaupt, sind auch gar nich mehr so dick", ne? Und, "Kumma da, der Pickel am Kinn is ja fast wie weggeblasen", nich? Dat sind natürlich Sachen dann, was die Hausfrau gerne hört.  [...] (Quelle: Transkriptionen Dr. W. Näser 1999 ff, http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/manger1.htm)

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Sonntag, 5. August 2012

Emil Steinberger (1933 ff)

Als Kind habe ich gerne Sketche von Emil gesehen. Sein schweizer Akzent gehörte dazu. Er konnte ganz hervorragend clown-hochwertige Pointen setzen. Nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gesten.

An seinen Notruf-Beantwortungsdienst in der Polizeiwache erinnere ich mich beispielsweise:
Er - eine ruhige Kugel schiebend - sinngemäß zur panischen Anruferin: "Seien Sie doch nicht so nervös, Frau! ... Wer ist bei Ihnen? ... Wer? ... Ein Einbrecher? ... Ach, ist der jetzt bei Ihnen?! ..." (Quelle: Emil Steinberger: "Die Polizeiwache")


Ute Ziemes, privat.utez.de,

Samstag, 28. Juli 2012

Charlie Rivel (1896-1983)

Charlie Rivel war ein klassischer Ausnahme-Clown. Ich sah ihn als Kind im TV, nachdem mein Vater, der ihn schon kannte, mich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass es sich lohnen würde, seinen Auftritt anzusehen. Und es hatte sich gelohnt. Er lieferte Bilder und Töne, die sich einprägten und ein liebevolles Lächeln erzeugten. Charlie Rivel hatte 1973 sogar einen Gastauftritt beim Eurovision Song Contest.


Ute Ziemes, privat.utez.de,

Montag, 9. Juli 2012

Karl Valentin (1882-1948)

Als junger Mensch habe ich einige Male das Hörspiel zum Thema "Semmelknödel" im Radio gehört und muss das Wort seither, wann immer es auftaucht, auch noch einmal mit N und dieser besonderen Betonung denken und letztlich auch sprechen, ungefähr so:  SemmÄLLNknödÄLLN. (Wer mich dann anguckt, als wäre ich irre, kennt das Hörspiel offensichtlich nicht.)

Filme mit Karl Valentin haben mich stets gefesselt. Ich kann mich besonders gut an "Der neue Schreibtisch" und "Die Erbschaft" erinnern. Letzterer vermittelt Armut so spürbar, dass es mir damals emotional schwer fiel, ihn zuende zu sehen. Ich weiß noch, dass ich lange irritiert war, weil er so gar nicht in die sonst übliche leichte TV-Kost passte und ja auch Witz drin steckte. Lachen ging aber irgendwie nicht. Sehr ungewöhnlich und sehr beeindruckend. Übrigens war der Film zur NS-Zeit verboten worden, wegen "Elendstendenzen", wie ich jetzt gelesen habe. Tja, das war nix mit sauberem Dirndl und hochgesteckten blonden Zöpfen.

Von Karl Valentin stammen unfassbar viele Sprüche, die bis heute stark in Umlauf sind und sich vielfach anhören, als stammten sie erst aus der heutigen Zeit.


Ute Ziemes, privat.utez.de,